Vier intensive Monate in meinem Sommeratelier in der Toskana gehen zu Ende. Nun steht die Rückreise nach Brombach bevor. Mit dabei sind rund 23 Gemälde in unterschiedlichen Formaten, die ich mit meinem Galerieanhänger in mein Atelier und die Ausstellungsräume der Galerie Ost bringe.

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Wer ein fertiges Bild betrachtet, sieht zunächst die Malerei. Zu meiner Arbeit gehört jedoch vieles, das später kaum noch sichtbar ist: Rahmen bauen, Werke dokumentieren, Transporte vorbereiten und eine stimmige Präsentation entwickeln.

Für fast jedes Gemälde entwerfe und baue ich einen eigenen Rahmen. Manchmal passt auch ein Standardrahmen. Entscheidend ist, dass er das Bild in seiner Wirkung unterstützt. Häufig wähle ich Weiß. Die Schattenfuge schafft einen sichtbaren Abstand zwischen Leinwand und Rahmen und lässt das Gemälde beinahe schwebend erscheinen.


Bevor ich mit dem Bau beginne, lege ich die Maße fest, berechne den Materialbedarf und entscheide, welche Form und Farbe zur jeweiligen Arbeit passen. Dann wird zugeschnitten, zusammengesetzt, vorbereitet und lackiert. Auch die Trocknungszeiten gehören dazu. Erst wenn Bild und Rahmen für mich eine Einheit bilden, ist das Werk bereit für die Ausstellung.


Jedes Gemälde wird außerdem dokumentiert und in mein Werksarchiv aufgenommen. Dort halte ich unter anderem Titel, Entstehungsjahr, Format, Technik und Standort fest. So bleibt seine Geschichte nachvollziehbar, auch wenn es später die Galerie verlässt und ein neues Zuhause findet.


Für die Rückreise muss nun jedes einzelne Werk sorgfältig geschützt und verpackt werden. Anschließend ordne ich die Bilder im Galerieanhänger an und sichere sie für die Fahrt. Gerade bei unterschiedlichen Größen braucht das Überlegung: Die Arbeiten müssen stabil stehen, ihre Oberflächen und Rahmen dürfen sich nicht gegenseitig beschädigen.


In Brombach beginnt dann die Vorbereitung der neuen Hängung. Viele der Sommerarbeiten werden bei der SMO.GALLERY PREVIEW am 8. Oktober 2026 zu sehen sein. Ob ich alle gleichzeitig ausstellen werde, entscheide ich vor Ort. Einige der bereits gezeigten Gemälde wechseln ihren Platz, sodass ältere und neue Arbeiten miteinander in Beziehung treten können.

Auch in meiner Präsentation in der Kunstmeile in Basel werden Werke aus der Toskana zu sehen sein, darunter Gemälde und Keramikarbeiten. Zusammen mit Arbeiten aus den vergangenen Jahren entsteht ein Einblick in mein Schaffen von 2022 bis heute.


Vor der Abreise wartet aber noch das Sommeratelier auf mich. Farben, Pinsel, Werkzeuge und Materialien kommen zurück an ihren Platz. Ich möchte den Raum so hinterlassen, dass ich bei meiner nächsten Ankunft gerne die Tür öffne und wieder mit der Arbeit beginnen kann – ob im November, im Januar oder erst im Februar.


Natürlich male und arbeite ich auch in Brombach. Dort nehmen die Präsentation meiner Werke und die Begegnungen mit den Menschen, die meine Kunst betrachten, einen großen Teil meines Alltags ein. Die Toskana bietet mir besonders viel Ruhe und Zeit, mich auf das Entstehen neuer Arbeiten zu konzentrieren. Beides gehört zu meinem Leben als Kunstschaffender.

Kunst bedeutet für mich deshalb weit mehr als die Stunden vor der Leinwand. Meine Arbeit und meine Verantwortung für ein Gemälde reichen von der ersten Idee bis zu dem Ort, an dem es schließlich seine Wirkung entfalten darf.


Wo und zu welcher Jahreszeit ich auch male: Mit jedem neuen Werk kehren für mich das Licht, die Energie und die Sonne zurück. Vielleicht geht sie für mich tatsächlich immer ein wenig im Osten auf.

Nomen est omen: Steffen Maria Ost.


von Steffen Maria Ost 20. September 2026
Gemälde, die hier entstanden sind, die über Wochen und Monate Teil meines täglichen Lebens waren, verlassen nun ihren Entstehungsort.
von Steffen Maria Ost 20. September 2026
Es gibt einen Moment am Ende eines Sommers, an dem sich ein Atelier verändert.
von Steffen Maria Ost 20. September 2026
Noch stehen sie dicht beieinander in meinem Atelier in Castiglion Fiorentino, zwischen Arezzo und Cortona. Einige dieser Gemälde sind während meiner vier kreativen Sommermonate in der Toskana entstanden, andere stammen aus früheren Schaffensjahren – darunter ein Werk aus dem Jahr 2022.
von Steffen Maria Ost 20. September 2026
Vielen herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche von Euch allen 😘🍀❤️
von Steffen Maria Ost 20. September 2026
Mit „Frühlingsmelodie – Melodia di Primavera“ wollte ich keinen bestimmten Ort darstellen. Mich interessierte vielmehr ein Gefühl: jener besondere Moment, in dem die Natur nach den stillen Monaten des Winters wieder erwacht und Licht, Farbe und Leben mit neuer Kraft zurückkehren.
von Steffen Maria Ost 20. September 2026
Rückblick 1996 – „Mann mit Hut“ Ein frühes Werk, ein Presseartikel und 30 Jahre künstlerische Entwicklung Manchmal genügt ein Blick in das eigene Archiv, und plötzlich steht ein Stück der eigenen Geschichte wieder unmittelbar vor einem.
von Steffen Maria Ost 19. September 2026
„MONDANBETER“ zeigt für mich eine kraftvolle, expressive Bildsprache. Die roten Formen wirken bewegt und lebendig, als würden sie sich dem großen weißen Mond zuwenden.
von Steffen Maria Ost 19. September 2026
Der Wein steht dabei für das Leben selbst: für Freude und Begegnungen, für Erfahrungen und Abschiede, für die Zeit, die hinter uns liegt, und für das, was noch vor uns liegt.
von Steffen Maria Ost 19. September 2026
Manche Erinnerungen verblassen mit der Zeit – andere leuchten weiter. Dieses Gemälde erzählt von jenen besonderen Momenten, die sich tief einprägen und auch Jahre später ihre Wärme bewahren.
von Steffen Maria Ost 19. September 2026
Dieses Foto entstand 2023 im Rathaus der Gemeinde Weissach in Württemberg. Mehrere meiner Originalgemälde aus den Jahren 2000 bis 2010 gehören heute zur Kunstsammlung der Gemeinde.
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